Ein Erlebnis im Süßwasser

Bell'Italia Mai 2013 – Texte: Emanuele Dessi Foto: Elisabetta Loi

«Als ich Ende der 80er Jahre angefangen habe hielten mich die Menschen für verrückt „Du, ein Landbauer, willst die Touristen im Boot über den See fahren?Lass es lieber sein!“ so sagten Alle»

Heute kann Nanni Nieddu stolz über sein Agriturismus sein. Eine einladende Empfangsanlage am Cedrino See, mit der er die Anerkennung seiner Landsmänner in Dorgali gewonnen hat.«Zweifel hatte ich noch nie» sagt Nanni, « meine einzige Sorge war das Geld und die Opfer, die ich bringen musste. Heute kann ich aber sagen, dass ich glücklich bin: ich bin es jedes mal, dass unsere Gäste von einer Exkursion zurückkommen. Ich sehe ihre Augen und sage mir: Nanni, es hat sich doch gelohn ».

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Schon mehrmals von der Literatur-Nobel-Preisträgerin Grazie Deledda erwähnt, entspringt der Fluss Cedrino am Supramonte von Orgosolo um nach einem raschen Weg von etwa 80 km ins Thyrrenische Meer zu münden, auf der Höhe von Orosei. Es ist ein wilder Fluss, der immer für sein Überflutungsrisiko gefürchtet wurde. Doch die Angst endete 1983, als der Damm von Pedra und Othoni errichet wurde und dabei ein künstlicher See von einem Quadratkilometer entstanden ist, der für die Bewässerung genutzt wurde.

Nur wenige Jahre später gründete Nanni hier sein Paradies. «Ich habe mit 15 Kajaks angefangen, heute habe ich die doppelte Anzahl und wir haben auch Kanus», erklärt Nanni. Startpunkt ist sein Agritusrismus Canales: an Bord des gewähltes Mittels, geht man zum Steg und auf geht's ins Abenteuer.
Man kann mit oder ohne Führung ausfahren («Deutsche Touristen bevorzugen es alleine auszufahren»). Der Cedrino-See, der auch von verschiedenen karstigen Quellen versorgt wird, ist von von Basalt-Bergwänden umgeben, die der Hochebene Gallei su Giuncu. Der Kajak ist der beste Weg um das Gebiet zu erforschen.

Mit der Kraft der Arme und den Paddeln kommt man von hier in eine weite Schlucht, reich an Vegetation und Wasservögel wie Graureiher. Nach einigen hundert Metern erscheint dann hinter der üppigen Landschaft die Kirche San Pantaleo, aus dem 17. Jh.. Diese blieb nach der Entstehung des Sees vergessen und wurde erst vor einigen Jahren von eine Förderkomitee restauriert. Wer das Glück hat am 27. Juli in Dorgali zu sein sollte das große Fest zu Ehren von San Pantaleo und dessen traditionelles Bankett nicht verpassen.

Ebenfalls einen Besuch wert ist die eindrucksvolle Grotte del Guano, im Gebiet Oliena, deren Forschung es ermöglicht hat Wichtiges über die Zeit des Neolithikum (4. Jahrtausend v.Chr.) in Barbagia zu erfahren.
In ihrem Inneren wurden zahlreiche Funde freigelegt, die vom Archäologischen Nationalmuseum von Nuoro katalogisiert wurden. Darunter auch eine geheimnisvolle Fledermaus-Göttin. In der Tat, bewohnen diese kleinen Säuger diese Grotte seit jeher.

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Die Reise in Kajak wird am Fuße des Monte Corrasi fortgeführt, ebenfalls in Oliena, in Richtung der Quellen Su Gologone, die bei gutem Wasserpegel einfach zu erreichen sind. Dieser hängt vom Regen und von eventuellen Abgaben des Konsortiums für die Bonifizierung des Sees ab.
Die von Su Golosone sind die beeindruckendsten karstigen Quellen der gesamten Insel sowie die imposantesten, mit einem Volumen von 300-400 Liter pro Sekunde: eine wahre Sehenswürdigkeit für Unterwasser-Höhlenforscher, die von der ganzen Welt herkommen um diese einzigartige Erfahrung zu machen.
Nach einer Essenspause beginnt die Rückreise, zum gegenüber liegenden Ufer des Cedrino-Sees. Am Ende des Tages wird die acht Kilometer-Route mit einem reichen Abendessen belohnt.

Und Nanni Neddu ist sich beim Anblick unserer Genugtuung in den Augen und an unseren Kommentaren wieder einmal sicher: «Ja, es hat sich doch gelohnt».

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